Leseprojekt: Offenes Bücherregal

Frei nach dem Motto "Nimm & Lies", habe ich heuer ein eigenes Projekt gestartet: Ich möchte regelmäßig ein Buch aus einem öffentlichen Bücherregal lesen und und an dieser Stelle darüber berichten. 

Offene Bücherregale oder Bücherschränke faszinieren mich. Es gibt so viel zu entdecken. Eine Liste der offenen Bücherschränke in Österreich findest du auf Wikipedia.  

Hast du Lust auch Bücher in einem offenen Bücherregal entdeckt und möchtest du ein paar Zeilen darüber schreiben? Dann freue ich mich, wenn du bei meinem Projekt "Nimm & Lies" mitmachst. Erzähle von deinem Buch einfach in den Kommentaren. 

Und nun zu den Büchern.

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"Ich, Safiya" - Verurteilt zum Tod durch Steinigung

mit Raffele Masto

ich liebe Biografien und diese Buch entführte mich in eine mir vollkommen fremde Welt. Ein Buch, das mich die kulturelle Kluft hautnah spüren lässt. Raffaele Masto erzählt die Geschichte von Safiya, die in einem Dorf im Norden von Nigeria aufwächst, verheiratet und danach von ihrem Ehemann verstoßen wird. Sie verliebt sich in einen anderen Mann verliebt, wird schwanger und bekommt eine süße Tochter. Doch auf Ehebruch und Sex ohne Trauschein steht die Todesstrafe - zumindest für Frauen. Eine internationale Protestkampagne und das Engagement von Safiyas Anwalt retten ihr das Leben. Das Buch gewährt tiefe Einblicke in das Leben der Protagonistin und in das Leben auf dem Land in Nigeria. 

Über ein Zitat im Nachwort der Autorin werde ich noch lange nachdenken: "Unser Entsetzen über die Bestrafung wie Steinigung zwingt uns, über Hinrichtungen auf dem elektrischen Stuhl oder durch tödliche Injektion nachzudenken. Nichts macht Letzteres akzeptabler als Ersteres, abgesehen davon, dass Steinigung aus dem Mittelalter stammt, während der elektrische Stuhl und die Todesspritze eher eine Erfindung der Neuzeit sind." Es ist kein Buch über Saiiya, sondern die Safiya erzählt ihre Geschichte selbst. Sie wurde von Raffele Masto niedergeschrieben. Fazit: Einfache, aber zum Kontext passende Sprache. Aufrüttelndes Schicksal.

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"Mona Lisas dunkles Lächeln" 

Gerhard J. Rekel und Dodo Kresse

Untertitel: Ein historischer Thriller. Dieser Untertitel, der Schauplatz, das verschneite Ausseerland und der historische Kontext ließen zu diesem Buch greifen. Frühjahr 1945: Auch in Altaussee stehen die Alliierten vor der Tür, Hilter hat den Zweiten Weltkrieg verloren. Im Salzbergwerk des Dorfes, seit Jahrhunderten Lebensgrundlage vieler Einheimischer, lagern Hitlers aus aller Welt geraubte Kunstschätze. Da Vinci, Rubins, Brueghel, Goya ... 

Der fanatische NS-Gauleiter erhält den Befehl, die Saline zu sprengen, damit die Kunstschätze nicht den Feinden in die Hände fallen. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt: Der Thriller-Anteil. Leider wird die Spannung durch eine sich seicht anbahnende Liebesgeschichte aufgeweicht. Die beiden Hauptprotagonisten Restauratorin Anna, die aus dem fernen und zerbombten Dresden nach Altaussee geschickt wird, um die wertvollen Gemälde zu sichern und der Bergwerksingenieur Alfred wirken oftmals hineinkonstruiert und deplatziert. 

Und verflucht: Wo bleibt Mona Lisa? Die wahre Geschichte der Mona Lisa, die im Epilog des Buches zu lesen ist, bietet für mich den Stoff eines Thrillers. Fazit: Einfach zu lesen. Nette Unterhaltung. Für einen Thriller ist für mich die Spannung nicht durchgängig genug.

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Rosa Pessl
Rosa Pessl
Schreiben ist eine wertvolle Ressource und Schlüssel zur Kreativität. Als Schreibtrainerin gebe ich Workshop für kreative Schreiben und Schreiben als Selbstreflexion.

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